Tagespflege oder Nachtpflege – warum die Haut beides braucht
Aug.
Tagespflege oder Nachtpflege – warum die Haut beides braucht
Nach der Reinigung, dem Toner und der gezielten Wirkstoffpflege mit Serum oder Ampulle kommt der nächste wichtige Schritt: die passende Pflegecreme.
Dabei stellt sich für viele die Frage: Reicht eine Creme für morgens und abends aus?
Meine Antwort als Kosmetikerin ist ganz klar: Nicht unbedingt. Denn unsere Haut hat tagsüber und nachts unterschiedliche Aufgaben und damit auch unterschiedliche Bedürfnisse.
Tagespflege – Schutz und Pflege für den Tag
Tagsüber ist unsere Haut zahlreichen äußeren Einflüssen ausgesetzt: Sonne, Kälte, trockene Heizungsluft, Wind und Umweltbelastungen.
Eine gute Tagespflege versorgt die Haut deshalb mit Feuchtigkeit und wichtigen Pflegestoffen und unterstützt ihre natürliche Schutzfunktion.
Je nach Hauttyp und aktuellem Hautzustand kann eine Tagespflege zusätzlich beruhigend, ausgleichend, regenerierend oder aktivierend wirken.
Und ganz wichtig: Tagsüber gehört ein geeigneter Sonnenschutz zur Hautpflege dazu. Je nach Pflegekonzept kann dieser bereits in der Tagespflege enthalten sein oder separat aufgetragen werden.
Nachtpflege – wenn die Haut Zeit für Regeneration hat
Während wir schlafen, verändert sich auch die Aktivität unserer Haut. Die nächtliche Ruhephase bietet optimale Voraussetzungen für Regeneration und Erholung.
Eine Nachtpflege ist deshalb nicht einfach nur eine „reichhaltigere Tagescreme“. Sie kann gezielt auf die Bedürfnisse der Haut während der Nacht abgestimmt werden und die Regeneration mit passenden Wirkstoffen unterstützen.
Je nach Hautzustand können beispielsweise intensive Feuchtigkeit, Regeneration, Beruhigung oder Anti-Aging im Mittelpunkt stehen.
Warum nicht einfach dieselbe Creme verwenden?
Natürlich kann eine Creme grundsätzlich für morgens und abends geeignet sein. Das bedeutet aber nicht, dass sie für jede Haut zu jeder Tageszeit die optimale Pflege darstellt.
Als Kosmetikerin empfehle ich deshalb, Tages- und Nachtpflege individuell auszuwählen.
Denn trockene Haut benötigt etwas anderes als eine unreine Haut. Empfindliche Haut hat andere Bedürfnisse als reife Haut. Und auch der Hautzustand kann sich im Laufe der Zeit verändern.
Die Haut braucht nicht 365 Tage dieselbe Creme
Ein besonders wichtiger Punkt wird bei der täglichen Pflege oft vergessen: Unsere Haut hat nicht jeden Tag und zu jeder Jahreszeit die gleichen Bedürfnisse.
Deshalb sollte man nicht davon ausgehen, dass eine einmal ausgewählte Tages- oder Nachtpflege 365 Tage im Jahr unverändert die richtige Wahl ist.
Unsere Haut verändert sich – zum Beispiel durch die Jahreszeiten, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Stress, hormonelle Veränderungen oder andere äußere Einflüsse. Auch der aktuelle Hautzustand kann sich verändern.
Im Sommer kann beispielsweise eine leichtere, feuchtigkeitsspendende Pflege angenehmer sein, während die Haut im Winter mehr Lipide und Schutz benötigen kann. Auch eine Haut, die normalerweise ausgeglichen ist, kann zeitweise trockener, empfindlicher oder unruhiger reagieren.
Die Pflege sollte sich deshalb immer am aktuellen Hautzustand orientieren.
Genau hier ist eine professionelle Hautberatung sinnvoll: Gemeinsam lässt sich feststellen, was die Haut jetzt braucht und ob die bisherige Pflege noch optimal zu ihr passt.
Denn individuelle Hautpflege bedeutet nicht, einmal die perfekte Creme zu finden und sie für immer zu verwenden. Es bedeutet, die Haut immer wieder neu zu betrachten und ihre Pflege an ihre aktuellen Bedürfnisse anzupassen.
Die richtige Reihenfolge der Hautpflege
Eine gut abgestimmte Pflegeroutine kann beispielsweise so aussehen:
Reinigung → Toner → Serum oder Ampulle → Augenpflege → Tagespflege
Am Abend wird die Tagespflege durch eine passende Nachtpflege ersetzt.
Welche Produkte und Wirkstoffe sinnvoll sind, hängt dabei immer vom individuellen Hautbild und dem aktuellen Hautzustand ab.
Ihre Haut ist einzigartig – deshalb sollte auch Ihre Pflege individuell auf sie abgestimmt sein.